Sanierung statt Neubau – Kay Faulhaber und Ulrich Temps zu aktuellen Branchenentwicklungen in der Mappe 06/2026

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für unser Malergewerk bleiben anspruchsvoll. Darüber berichten Kay Faulhaber und Ulrich Temps in der Mappe 06/2026.

Die anhaltende gesamtwirtschaftliche Stagnation sorgt vor allem bei Industrie- und Gewerbekunden für Zurückhaltung. Projekte werden verschoben, auf Eis gelegt oder deutlich vorsichtiger gestartet als noch vor einigen Jahren. Auch das oft bemühte Sondervermögen ist aufgrund langwieriger bürokratischer Prozesse in der Praxis noch lange nicht angekommen. Auch für die Unternehmen der temps-Gruppe waren die vergangenen drei bis vier Jahre alles andere als einfach. Umso erfreulicher ist es, dass sich die Umsatz- und Gewinnentwicklung dank der fleißigen und verlässlichen Belegschaft insgesamt auf einem zufriedenstellenden Niveau bewegt. Dabei zeigt sich einmal mehr der Vorteil einer breit aufgestellten Unternehmensgruppe. Die kleineren Unternehmenseinheiten profitieren zusätzlich von ihrem höheren Privatkundenanteil, der die Auftragslage spürbar stabilisiert. Voraussetzung dafür ist jedoch eine sehr intensive Pflege der Kundenbeziehungen.

Deutlich zu spüren war hingegen aber auch der starke Rückgang im Wohnungsneubau – speziell bei den Unternehmenseinheiten, die sich stark darauf fokussiert hatten. Hier mussten wir in den letzten Jahren Umsatzeinbußen im zweistelligen Prozentbereich verkraften. Gleichzeitig entwickelt sich das Bauen im Bestand immer mehr zu einem wichtigen Wachstumsfeld. Die Nachfrage nach Sanierungsleistungen ist in den vergangenen Jahren nachhaltig angesprungen und gewinnt weiter an Bedeutung. Für 2026 sind aus diesem Bereich zusätzliche Wachstumsimpulse zu erwarten.

Ein wichtiger Anker sind und bleiben unsere langjährigen Kundenbeziehungen. Die hohe Stammkundenquote gibt uns auch in herausfordernden Zeiten Stabilität und Planungssicherheit.

Positiv hervorzuheben ist außerdem die hohe Anpassungsfähigkeit des Handwerks, das sich aktuell vielerorts robuster zeigt als die lahmende Industrie. Gleichzeitig leisten mittelständische Unternehmen mit ihrem vielfältigen gesellschaftlichen Engagement einen wichtigen Beitrag für die Menschen vor Ort. Das Handwerk hat also weiterhin goldenen Boden – auch für künftige Auszubildende!

Interessant ist auch der Blick in den Bereich WDVS. Im Bereich der Fassadendämmung fällt die Wahl der Kundschaft mittlerweile überdurchschnittlich häufig auf Mineralwolle statt EPS oder andere Dämmstoffe, was den hohen Stellenwert nachhaltiger und langlebiger Dämmkonzepte unterstreicht. Auch, wenn das gegebenenfalls geringfügig teurer ist.